Podcast für Eltern, Pädagogen; Erzieher und Lehrer oder alle die das irgendwann einmal werden wollen.
00:00:01: Herzlich willkommen zum Entwicklungssprünge Podcast.
00:00:04: Freimut für die Ohren, Trauma Wissen für die Welt.
00:00:08: So schön, dass du wieder da bist.
00:00:09: Und es ist die erste Folge nach der Frage, ob ich denn
00:00:13: weitermache mit einem Gast.
00:00:16: Und ich freue mich wie Bolle.
00:00:17: Simone, du bist die Erste sozusagen.
00:00:19: Es ist fast wie neu und wie
00:00:22: ganz von vorne.
00:00:23: Also herzlich willkommen erstmal.
00:00:25: Schön, dass du da bist.
00:00:27: Vielen lieben Dank, liebe Gunda.
00:00:28: Ich freue mich auch, A, dass du weitermachst und B, dass ich
00:00:31: sogar in der ersten Folge dabei sein kann.
00:00:33: Sehr schön, danke dir.
00:00:34: Ich bin sehr gespannt.
00:00:36: Yes, also die liebe Simone hat bei uns die Ausbildung gemacht und
00:00:41: ist in einem Herzensprojekt unterwegs, dass ich dachte, wir müssen einfach mal
00:00:45: darüber sprechen, was bei uns so mit unseren Kindern losgeht, gerade auch
00:00:50: in Pflege und Adaptivfamilien.
00:00:52: Ich weiß, da ist das Leid so groß.
00:00:54: Ich weiß noch meiner psychotherapeutischen Praxis, ich hatte so viel Pflegeeltern, die
00:01:00: auch vom Amts wegen nicht so wirklich gut,
00:01:04: weder inhaltlich noch logistisch versorgt waren, dass ich mich freue, dass wir
00:01:08: ein bisschen sprechen.
00:01:09: Aber Simone, bevor wir eintauchen ins Thema, ihr wisst, habt jetzt schon
00:01:13: mal ein bisschen gehört, worum es geht.
00:01:15: Erzähl doch mal ein bisschen über dich.
00:01:17: Das heißt für die Leute, die dich gar nicht kennen, du lebst
00:01:20: wahrscheinlich im Hochhaus mit fünf Hausschweinen und
00:01:24: sechs
00:01:27: Leben in der Nähe von Köln in einer Doppelhaushälfte tatsächlich mit zwei
00:01:32: Hunden und Familie und so weiter und so fort.
00:01:34: Und mein Mann und ich haben 2008 unsere Kinder adoptiert aus dem
00:01:38: Ausland in Haiti.
00:01:41: Und zu unserer Familie zählt aber noch die größere ältere leibliche Schwester
00:01:45: der beiden, die in eine andere Adoptivfamilie vermittelt worden ist.
00:01:48: Und das zu meinem privaten Background.
00:01:51: Beruflich bin ich jetzt über 20 Jahre Lehrerin an einer Realschule mit
00:01:56: Englisch, Deutsch, praktische Philosophie, habe mich dann aber relativ schnell immer wieder
00:02:02: weitergebildet, also
00:02:05: habe dann noch ein drittes Fach gemacht.
00:02:06: Dann habe ich letztendlich auch noch den Kinder und Jugendcoach gemacht, da
00:02:11: war ich aber schon Mutter.
00:02:13: Und der Punkt ist,
00:02:15: wir waren relativ jung, als wir adoptiert haben, Anfang 30.
00:02:18: Ist ja eher ein bisschen ungewöhnlich und dann auch aus dem Ausland.
00:02:21: Und ich dachte so, wenn nicht wir, wer dann
00:02:26: das managen, so nach dem Motto.
00:02:29: Und ja, auch wir sind relativ schnell an unsere Grenzen gekommen und
00:02:33: damals, als wir 2008 adoptiert haben.
00:02:35: Also wir haben 2006 sind wir mit dem ganzen Prozess gestartet, 2008
00:02:39: sind wir dann nach Deutschland gekommen und da habe ich, da gab
00:02:43: es noch nicht so Thematrauma.
00:02:45: Also es war einfach, man musste ja Bindung und man sollte halt
00:02:48: irgendwie
00:02:50: quasi aufgeklärt sein, dass die Bindung gestärkt wird.
00:02:53: Nicht so viele verschiedene Personen quasi eine enge Bezugsperson als Bezug haben,
00:02:58: nicht so früh in den Kindergarten etc.
00:02:59: Pp.
00:03:00: Aber das Thema Trauma hatte damals tatsächlich so eine wahnsinnig schwere und
00:03:05: da habe ich mich dann mehr und mehr auf den Weg gemacht.
00:03:08: Wie gesagt, erst ein Kinder und Jugendcoach, der reichte mir dann aber
00:03:11: nicht zum Verständnis, weil ich verstehen wollte, was da zum Teil los
00:03:15: war.
00:03:16: Und dann halt
00:03:18: bei euch die Traumapädagogen und die traumazentrierte Fachberatung und dann anschließend habe
00:03:23: ich dann noch die Seminarleiterausbildung bei Family Lab gemacht.
00:03:27: Family Lab, warum Family Lab?
00:03:29: Ich bin, als wir das erste Mal beim Kinder und Jugendlichen Psychotherapeuten
00:03:33: aufgeschlagen sind wegen diverser Themen, hatte er mich quasi der Therapeut auf
00:03:38: Jesper Juul aufmerksam gemacht.
00:03:40: Das war 2010
00:03:42: und wir hatten einfach mega Glück mit dem mit der Praxis.
00:03:45: Also es hätte auch ganz anders ganz woanders, ganz woanders landen können
00:03:49: und da habe ich dann gelesen, mich informiert weiter, weiter und deswegen
00:03:54: war mir das ein Herzensprojekt dann auch noch für Family Lab was
00:03:56: zu machen.
00:03:57: Genau.
00:03:59: Jasper Ju hat ja gesagt, Kindheit kann nicht passieren ohne Trauma,
00:04:04: obwohl er gar nicht Traumapädagoge, Therapeut so speziell war.
00:04:10: Ja, aber dazu später mehr.
00:04:12: Lass doch noch mal einsteigen.
00:04:13: Ich finde das ja ultra spannend, dass du sagst jung adoptiert.
00:04:18: Warum habt ihr euch für diesen Weg überhaupt entschieden zu adoptieren?
00:04:23: Vielleicht steche ich jetzt auch direkt mit dem Finger in die Wunde,
00:04:26: weil wahrscheinlich keine eigenen Kinder möglich waren.
00:04:31: Wenn du magst, lasst uns ein bisschen teilhaben in euren Weg und
00:04:34: warum dann auch aus dem Ausland?
00:04:35: Weil gerade junge Eltern Adoptiveltern wäre ja mit Sicherheit in Deutschland auch
00:04:40: möglich gewesen.
00:04:41: Ja, wir waren damals tatsächlich die Jüngsten in diesen ersten Seminaren für
00:04:46: die Auslandsadoption und diese Frage ist uns ganz oft gestellt worden.
00:04:49: Die, die dann noch nach uns vom Alter waren, waren dann noch
00:04:52: mal, ich glaube, sechs Jahre älter oder sieben Jahre älter.
00:04:54: Also man hat das schon gemerkt, dass wir da so eine kleine
00:04:56: Ausnahme waren.
00:04:58: Wir sind früher, also ich habe schon sehr früh angefangen die Welt
00:05:03: zu bereisen und dann später dann mit meinem Partner bzw.
00:05:06: Dann Mann waren wir eigentlich überall, also in allen Ecken dieser Welt,
00:05:10: von Australien bis Ecuador und so weiter und so fort.
00:05:13: Und das war immer.
00:05:15: Und wir wussten, dass wir keine leiblichen Kinder bekommen können, das war
00:05:17: medizinisch klar.
00:05:19: Und da haben wir uns dann relativ schnell mit dem Gedanken auseinandergesetzt,
00:05:24: also wenn wir eine Familie gründen wollen, dann möchten wir das gerne
00:05:28: so tun.
00:05:30: Und dann war das, dann kam eins zum anderen.
00:05:32: Also wir hatten uns dann für verschiedene
00:05:35: Länder so ja quasi beworben und interessiert.
00:05:37: Und dann sind wir letztendlich da gelandet, wo wir gelandet sind.
00:05:40: Und das Schöne an Haiti ist und war damals, dass wir, dass
00:05:45: da häufig Geschwister zur Reduktion freigegeben werden.
00:05:48: Und es war immer klar,
00:05:50: bitte, wie alt waren die beiden?
00:05:52: Als wir den Vorschlag bekommen haben,
00:05:55: war unser Sohn ein Jahr und unsere Tochter drei Jahre.
00:05:59: Und dann hat das Ganze zwei Jahre gedauert.
00:06:00: Also sie sind mit viereinhalb und zweieinhalb nach Deutschland gekommen und die
00:06:05: größere leibliche Schwester, die ebenfalls in derselben Einrichtung war und so weiter
00:06:09: und so fort und auch hier bei uns in der Nähe vermittelt
00:06:12: worden ist, die war dann noch mal zwei Jahre älter.
00:06:15: Also sind quasi insgesamt mit sechseinhalb, viereinhalb und zweieinhalb nach Deutschland gekommen.
00:06:20: Warum habt ihr nicht alle drei genommen?
00:06:21: Ich sag jetzt mal so platt, Ja, wir waren ja jung und
00:06:24: dynamisch,
00:06:27: Zwei werden drei auch satt.
00:06:30: Ja, das waren ja auch die ersten Gedanken.
00:06:32: Also als wir damals den Kindervorschlag bekommen haben, waren die sehr transparent.
00:06:36: Also wir haben damals über Help a Child adoptiert, die sitzen in
00:06:39: Koblenz, die waren super transparent und hatten auch gesagt, da gibt es
00:06:42: noch eine dritte, die ist älter, aber wir möchten nicht, dass alle
00:06:46: drei zusammen vermittelt werden.
00:06:48: Das machen wir grundsätzlich nicht.
00:06:49: In Deutschland gibt's ja auch wohl so ein Thema.
00:06:52: Aber auch die Vermittlungsstelle hat gesagt, damit die Große sich nicht verantwortlich
00:06:55: fühlt für die Kleinen.
00:06:56: Und das macht auch durchaus Sinn.
00:06:58: Also aus meiner Erwachsenenperspektive,
00:07:03: die Kinder, oder jetzt sind es ja junge Erwachsene, die sind ja
00:07:06: schon jetzt 20, 23, 24, also wir haben jetzt alle im Herbst
00:07:11: Geburtstag sozusagen.
00:07:14: Die würden jetzt schon sagen, dass man Geschwister eigentlich nicht zu trennen
00:07:17: hat.
00:07:18: Also die Perspektive ist eine andere.
00:07:21: Ich als damals Jungmutter und gar nicht wissend, was da noch so
00:07:25: alles passieren kann.
00:07:26: Wir haben das auch wirklich gut gemanagt.
00:07:28: Es war ein langer Weg und ich bin total happy.
00:07:31: Alle drei stehen fest im Leben und wissen, was sie wollen, haben
00:07:34: auch eine super Beziehung zueinander und auch zu uns.
00:07:37: Aber ich muss auch sagen, das wäre eine wahnsinnige Challenge gewesen.
00:07:41: Dafür fehlte uns jetzt speziell tatsächlich Netzwerk.
00:07:46: Also persönlich wäre das Netzwerk nicht da gewesen.
00:07:48: Also jetzt nicht Großeltern in der Nähe oder irgendwas in der Art
00:07:52: und die Vermittlungsstelle doch ganz klar gesagt, drei auf einmal machen wir
00:07:55: nicht.
00:07:56: Ja, okay, crazy.
00:07:58: Hast du es zu irgendeinem Zeitpunkt bereut?
00:08:01: Nein, das nicht.
00:08:02: Im Gegenteil, ich bin total dankbar.
00:08:04: Ich werde niemals da, wo ich jetzt stehe, wenn ich leibliche Kinder
00:08:09: gehabt hätte,
00:08:11: okay,
00:08:13: da bin ich felsenfest von überzeugt.
00:08:15: Ja, dadurch, dass, also man ist ja dann ja los und möchte
00:08:20: Eltern werden, dann haben wir diesen Weg und dann sind wir in
00:08:22: Deutschland, jetzt geht's endlich los, Wir sind Familie.
00:08:25: Und es ist so, dass es damals hieß, ich weiß gar nicht,
00:08:29: ob das heute auch noch so ist, es ist jetzt auch schon
00:08:30: ewig her, dass eigentlich Geschwister nur in Familien vermittelt werden, wenn die
00:08:35: ein Elternteil irgendeine pädagogische, psychologische Ausbildung hat.
00:08:40: Und das war ja bei uns jetzt so der Fall.
00:08:42: Und ich habe auch wirklich gedacht, dass das kriege ich alles locker
00:08:45: flockig hin so und als dann so nach einem Jahr die ersten
00:08:49: Päckchen dann so auch ersichtlich waren, also wir sprechen auch von den
00:08:53: hier Traumadynamiken, dann war das schon so, dass ich auch selber reflektieren
00:09:01: musste.
00:09:01: Ich habe super viel über mich gelernt,
00:09:05: also habe super viel Eigenanteil, Eigenarbeit, Selbstreflexion in den Jahren gelernt und
00:09:11: auch Ego State ist ein Begriff, war vorher überhaupt nicht für mich
00:09:14: ein Begriff und so weiter und so fort.
00:09:16: Von daher denke ich nicht, dass das dieser Weg gewesen wäre, wenn
00:09:21: wir leibliche Kinder gehabt hätten tatsächlich, was nicht besser oder schlechter sein
00:09:25: muss, aber was auf jeden Fall nicht so notwendig gewesen gewesen wäre.
00:09:29: Magst du mal ein Beispiel sagen?
00:09:31: Weil ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Kinder, egal ob adoptiv,
00:09:34: Pflege oder leibliche, immer die Aufgabe haben, uns
00:09:40: unseren Beef zu spiegeln.
00:09:42: Also die sind immer diejenigen, die zu uns kommen, sehr gewählt, sehr
00:09:46: klar, um zu sagen, hier, liebe Mami, ich habe da mal eine
00:09:52: Aufgabe für dich.
00:09:53: Ja, das glaube ich auch.
00:09:54: Also ich meine, unsere Kinder sind halt quasi unsere Spiegel und auch
00:09:58: völlig egal, ob leiblich oder nicht, sie spiegeln uns auch und Sie
00:10:02: haben ja auch Antennen und wissen unsere extremsten Schwächen.
00:10:07: So das merken die ja.
00:10:10: Ich denke, es ist einfach so, dass ich wollte, also ich hatte
00:10:15: diese Verantwortung oder wir beide, nur ich war da noch, glaube ich,
00:10:17: ein bisschen extremer wegen meiner Pädagogik oder meines, ja, meiner Interessensgebiete auch.
00:10:24: Ich habe gesagt, ich will alles geben, dass Entscheidungen für die Kinder
00:10:28: rückblickend richtig waren.
00:10:30: Also ich, meine Auslandsadoption ist ja sowieso ein Thema, was nicht immer
00:10:33: nur positiv gesehen wird.
00:10:35: Es ist eine große Verantwortung, die ich von Anfang an wahrgenommen habe.
00:10:41: Und ich habe gemerkt, dass dieses Gefühl von das Kind muss sich
00:10:46: jetzt ändern, damit nicht funktioniert.
00:10:49: Und es ist eine Interaktion zwischeneinander.
00:10:51: Also in meinem konkreten Beispiel war das so ein Kind, also mein
00:10:56: Sohn hatte immer Thema Wut am Anfang.
00:10:59: Also extremste Wut nicht wo man sagt, okay, das ist jetzt trotz,
00:11:02: sondern Wut.
00:11:03: Das ist dann irgendwann weg gewesen nach vier Jahren ungefähr.
00:11:06: Aber es war halt da und durch diese Erfahrung, hab keine oder
00:11:10: größere.
00:11:12: Bitte was?
00:11:16: Irgendwie,
00:11:21: Wer war das?
00:11:22: Der Kleine oder Größere?
00:11:23: Der kleine Kleine.
00:11:24: Also unsere Tochter ist die Größere, die beiden Mädchen sind die Größeren
00:11:26: und der Kleine ist der Junge.
00:11:27: Genau.
00:11:31: Okay, alles klar.
00:11:32: Und auf jeden Fall habe ich dadurch erst meine Wut gekannt oder
00:11:37: kennengelernt.
00:11:38: Also wir haben uns quasi, ich hatte nie einen Wutanteil, weil wir
00:11:44: eigentlich in unserer Generation, vor allem wie Mädchen, Wut war nicht da
00:11:48: oder hatte nicht da zu sein.
00:11:50: Und das habe ich da durch diese Reise dann auch erst so
00:11:53: richtig kennengelernt.
00:12:03: Crazy.
00:12:06: Irgendwie hakt das Internet.
00:12:07: Ja, irgendwie hakt es.
00:12:09: Ich bin mir gar nicht sicher.
00:12:11: Ich habe hier keine Anzeige, dass ich irgendwie nicht aufnehme und bei
00:12:15: mir ist alles okay, aber es heißt nicht unbedingt immer was, aber
00:12:18: eigentlich müsste es in Ordnung sein.
00:12:23: Okay, bei mir auch.
00:12:24: Ich habe jetzt noch ein paar Programme geschlossen.
00:12:26: Vielleicht wird es jetzt flüssiger.
00:12:28: Okay, was hast du mal ganz praktisches Beispiel, wo dein Kind dir
00:12:34: sozusagen Knopf gedrückt hat und gesagt hat, so ein oh, das wusste
00:12:38: ich gar nicht, dass das da ist.
00:12:39: Das ist ja interessant.
00:12:40: Also so praktisch so das und das passiert also an so einer
00:12:44: Alltagssituation, weil ich glaube, dann wird es immer ein bisschen spürbarer.
00:12:49: Also grundsätzlich, dass unsere Kinder unsere Knöpfe drücken, das wissen wir, glaube
00:12:52: ich, alle, aber es ist immer so ein Aha Erlebnis, merke ich,
00:12:54: wenn man vor.
00:12:56: Ja,
00:12:57: also ich habe jetzt ein Beispiel zum Beispiel, also zum Thema Kontrolle,
00:13:02: ne?
00:13:02: Also es gibt ja diese Grundbedürfnisse Kontrolle, Bindung, Selbstwerterhöhung und Unlustvermeidung.
00:13:09: So davon geht ja auch die Traumapädagogik aus.
00:13:13: Uns war es damals So, wenn wir zum Beispiel Verwandte besucht haben,
00:13:15: die 200 Kilometer weit weg wohnen und ich den Kindern gesagt habe,
00:13:19: so wir fahren jetzt so und so besuchen Großeltern,
00:13:23: ja, dann wurde ich von meinem Sohn alle 5 Minuten gefragt, wo
00:13:28: wir hinfahren,
00:13:30: wo geht's jetzt hin?
00:13:31: Ja,
00:13:33: drei Minuten später, wo fahren wir hin?
00:13:35: So, also solche Situation
00:13:40: nach zwei
00:13:41: da irgendwie mit umgehen zu können, ist schon eine Herausforderung.
00:13:46: Für meine Tochter war das damals dann auch völlig unverständlich von wegen,
00:13:51: dann habt ihr dann auch irgendwie nach dem siebten Mal gesagt, wir
00:13:53: fahren zu so zu den Großeltern zum Beispiel.
00:13:58: Solche Sachen hätte ich wahrscheinlich ohne meine Reise damals oder ohne das
00:14:03: Wissen um dieses Kontrollthema zum Beispiel, das ist jetzt keine Absicht ist,
00:14:09: dass es nicht eine kognitive Einschränkung ist oder irgendwas, sondern dass das
00:14:13: wirklich
00:14:15: eine Traumareaktion auf diese Unsicherheit, die in den Jahren vorher passiert ist.
00:14:20: Und wenn ich das so nicht gewusst hätte oder mich dem nicht
00:14:24: so gestellt hätte selber, wäre ich wahrscheinlich völlig an meine Grenzen gekommen
00:14:28: und aus meiner eigenen Prägung in die Abwertung gegangen.
00:14:31: Also das glaube ich ganz sicher,
00:14:33: also in die verbale Abwertung, soll nicht mehr nerven und soll nicht
00:14:37: mehr dies und tralala, solche Sachen.
00:14:39: Und das sind dann halt diese Alltagssituationen, die zum Glück vermieden wurden.
00:14:46: Ja, fühle ich voll.
00:14:49: Also wenn ich alle Eltern, die ich begleitet habe, Pflegeeltern und auch
00:14:53: die anderen Adoptivelter, ist eigentlich scheißegal,
00:14:57: wenn wir nicht diesen Blick haben, da ist etwas und es gibt
00:15:01: einen Grund für dieses oder jenes Verhalten, ist auch völlig wurscht.
00:15:03: Ich fühle das so alle zwei Minuten, wo fahren wir hin?
00:15:08: Dann kommt dieses, die machen das extra, die wollen mich ärgern und
00:15:12: dann fühlen halt die Elternteile sich herabgesetzt und bewertet von den Kindern
00:15:19: und dann geht halt so eine Spirale los, ne?
00:15:21: Weil wenn ich meinem Kind zuschreibe, du willst mich ja nur ärgern
00:15:26: und mich austesten, wann ich denn jetzt ausraste,
00:15:31: dann haben wir ja schon einen Gedanken, der kann ja nicht mehr
00:15:34: zur, Also es kann ja nicht mehr gut werden.
00:15:37: Ja, das führt ja auch zu unserer eigenen Kontrollbedürftigkeit.
00:15:40: Also wir haben ja das Gefühl, hier tanzt uns jemand auf der
00:15:43: Nase herum.
00:15:44: Ich meine, das Beispiel ist jetzt nervtötend.
00:15:47: Es gibt ja noch ganz viele andere Beispiele, wo man dann ja
00:15:50: auch von außen gespiegelt wird von Menschen, von wegen du darfst nicht
00:15:53: auf der Nase rumtanzen lassen, sonst Später, wenn mit 16 und so
00:15:57: weiter und so fort.
00:15:57: Also diese ganzen Schreckensszenarien, die dann so auch von vom Außen quasi
00:16:01: an dich herangetragen werden.
00:16:03: Und wenn man da nicht in seiner eigenen Kraft ist, hat man
00:16:07: ein Problem, weil man das dann wieder projiziert aufs Kind.
00:16:10: Und da ist ja eigentlich, das Kind braucht ja Sicherheit, nicht mehr
00:16:13: und nicht weniger.
00:16:14: Und wenn ich aber nicht selber in meiner Kraft bin, weil ich
00:16:17: das Gefühl habe, okay, jeder bewertet mich und jeder meint es irgendwie
00:16:20: anders zu können und so weiter und so fort, dann habe ich
00:16:24: verloren, weil ich zurückgebe, zurückschiesse.
00:16:28: Das ist das Problem an der Sache.
00:16:29: Also ich hatte jetzt vor drei Wochen, war ich samstags, war in
00:16:31: Koblenz bei dem Sozialdienst katholischer Frauen und durfte auch vor Adoptiv und
00:16:36: Pflegeeltern ein Seminar.
00:16:37: Geben zur traumasensiblen Elternschaft.
00:16:40: So und mich total gefreut.
00:16:42: Ja, also fand ich auch super.
00:16:44: Ich habe mich total gefreut und das ist total spannend, weil das
00:16:48: jüngste Kind war irgendwie, keine Ahnung, sechs Monate, also gab es auch
00:16:51: eine Kinderbetreuung.
00:16:53: Die ganz Kleinen waren dann aber anwesend, aber von sechs Monate, sage
00:16:56: ich mal, bis sieben, 17 Jahren waren Kinder und Jugendliche und eben
00:17:00: die Eltern.
00:17:01: Und es sind doch eigentlich immer dieselben Themen.
00:17:05: Es dreht sich immer um Kontrolle, es dreht sich immer darum um
00:17:08: Bindung.
00:17:09: Es dreht sich immer darum, um die eigenen Wunden zu kennen, um
00:17:13: nicht das Gefühl zu haben, hier selber irgendwie nicht ernst genommen zu
00:17:17: werden, um
00:17:19: ja quasi auch Kontrolle zu verlieren.
00:17:22: Also ich hatte zum Beispiel so ein Beispiel, wie jetzt jemand sagt,
00:17:27: okay, ich bin schon total bedürfnisorientiert, bindungsorientiert, aber letztens war
00:17:34: jemand von der Stadt da und die wollten uns irgendwas überreichen.
00:17:37: Und dann hat mein Kind, vier Jahre alt, ist über Tisch und
00:17:40: Bänke gesprungen.
00:17:41: Es gibt ja auch Situationen, wo das eben nicht sein darf.
00:17:45: So und da auf die eigene Scham zu gucken.
00:17:48: Also das hat ja viel mit der eigenen Scham zu tun, ich
00:17:51: will nach außen, wenn er jetzt so ein wichtiger Mensch von der
00:17:53: Stadt kommt, so tun, als hätte ich alles im Griff, hat nichts
00:17:56: mit dem Kind zu tun.
00:17:58: Nee.
00:17:59: Ja, und da ist das Spannende, ich glaube, da haben unsere Kinder
00:18:03: halt so ein Feingespür, dass sie genau wissen, ah, jetzt ist der
00:18:07: Moment, wo Mama es eigentlich gerne schön hätte.
00:18:10: Und
00:18:12: das ist auch keine Böswilligkeit, weil da, ich mache jetzt so eine
00:18:16: Triade auf oder so eine Folge, wo die Mama es gerne schön
00:18:19: hätte, kommt sie ja in ihr Bedürfnis nach Orientierung, Kontrolle und Sichtbarkeit
00:18:24: und piekst das Kind an zu sagen, ah jetzt, jetzt ist Mama
00:18:29: aus der Mitte, weil sie ja in ihrer Bedürftigkeit interagiert und ihr
00:18:34: Ton wird anders,
00:18:38: Gesichtsausdruck, Gesichtsausdruck, die Mimik, alles wird anders.
00:18:42: Es kommen andere Ansagen als sonst aus der eigenen Bedürftigkeit.
00:18:47: Und dann ist das Kind verunsichert und oh Gott, und fängt an
00:18:51: hochzudrehen.
00:18:51: Dann sind wir bei im Fight Flight Free Modus, was davon.
00:18:56: Und dieses zu verstehen, ich nenne das dann ja immer Trauma Ping
00:18:59: Pong, dass der Anlass nicht ist, ich will es jetzt schön haben,
00:19:03: mein Kind ärgert mich, sondern mein Kind reagiert auf meine Unsicherheit, weil
00:19:08: ich ein Thema habe, was dich trifft, betrifft dich ganz genau.
00:19:12: Als ich Pflegemutter wurde, habe ich ja ein Seminar besucht und als
00:19:16: adoptive Eltern bestimmt auch.
00:19:19: Wie hilfreich fandest du das für das, was dir dann sozusagen entgegengekommen
00:19:25: ist oder was im Laufe der ersten Jahre?
00:19:26: Du sagst ja, irgendwann habt ihr eine therapeutische Praxis ausgesucht und das
00:19:31: war euer Glück, weil die so aufgestellt waren, wie die aufgestellt waren.
00:19:35: Aber davor dieses Adoptivseminar habt ihr bestimmt auch.
00:19:40: Ja klar, wir haben Bewerberseminare gehabt, da ging es dann auch erstmal
00:19:43: darum, okay, Eignung, was muss ich mitbringen, wie lange muss ich verheiratet
00:19:46: sein, was sind welche Voraussetzungen für welches Land, so in der Art,
00:19:50: weil es um die Auslandsadoption ging.
00:19:53: Ich muss sagen, die haben sich schon bemüht, also die werden oder
00:19:58: sind auch immer jederzeit ansprechbar gewesen,
00:20:02: so wie viele Kinderärzte ja auch immer ansprechbar gewesen sind, aber eben
00:20:06: trotzdem noch nicht so richtig das Wissen hatten.
00:20:08: Das will ich einfach mal so sagen.
00:20:09: Das sind ja jetzt auch 18 Jahre beziehungsweise 20 Jahre, als wir
00:20:13: das Seminar besucht haben, danach gab es ja diese ewig lange Wartezeit,
00:20:17: da waren wir drei, Marina Iti und einmal davon drei Monate und
00:20:19: so.
00:20:19: Es war schon eine Story.
00:20:21: Ich würde sagen, dass jetzt und das merke ich halt eben auch
00:20:26: ganz deutlich, ist die Offenheit über Bindungs und Entwicklungstrauma zu sprechen.
00:20:32: Viel, viel größer,
00:20:34: weil es nicht mehr dieses Thema ist von wegen oh Trauma ist
00:20:38: jetzt irgendwie ein schwerer Verkehrsunfall und man lag jetzt sechs Monate in
00:20:42: der Klinik und konnte sich nicht bewegen.
00:20:45: So, sondern es ist halt etwas anderes, was vorher passiert ist.
00:20:49: Und auch dieser Irrglaube, je jünger das Kind ist, umso weniger wird
00:20:52: das Kind später mitnehmen.
00:20:54: Das ist auch endlich in den Köpfen angekommen zum Glück.
00:20:57: Ja, das war meine Annahme ja damals noch, ne?
00:21:00: Zwei Tage alt,
00:21:02: Super, ich kriege ein Frischling, da ist noch nichts kaputt.
00:21:04: Ja, ja, tada.
00:21:07: Ja und das ist eben der Punkt.
00:21:08: Und da sind die Menschen schon offener.
00:21:11: Es ist immer noch nicht in überall angekommen.
00:21:14: Bei mir ist es ja auch eher so, dass durch über Family
00:21:16: Lab oder andere Kanäle die Menschen auf mich zukommen
00:21:21: oder weil sie mich kennen oder irgendwie Ne so traumasensible 1 zu
00:21:24: 1 Beratung über einen Zeitraum.
00:21:27: Das ist schon so, dass diese Leute dann oder diese Eltern total
00:21:30: offen sind oder auch die Institutionen, die sich bei mir melden, sind
00:21:33: auch offen, sonst würden sie das machen.
00:21:36: Aber da ist noch Luft nach oben.
00:21:38: Aber du sprichst was an, weil meine Erfahrung für mein eigenes Kind
00:21:41: ist natürlich dann auch dementsprechend jetzt 23 Jahre alt.
00:21:46: So und ich hoffe sehr, dass da dieses Wissen mehr und mehr
00:21:50: Einzug hält.
00:21:51: Bist du eigentlich noch als Lehrkraft tätig?
00:21:53: Also oder war dann Adoption der Kinder und dann war klar hier
00:21:58: ich bin jetzt fulltime Mama?
00:22:00: Nee, ich also ich war ein Jahr raus, ein Jahr habe ich
00:22:05: Elternzeit genommen und dann bin ich wieder langsam rein und Dann habe
00:22:10: ich 2018 ja die Möglichkeit gehabt, in Schülern zu gehen, da die
00:22:14: Fachberatung Integration durch Bildung zu machen mit einer mit ein paar Stunden,
00:22:19: also so eine Teilabordnung.
00:22:21: Und das ist noch mal ganz spannend, weil da berate ich Familien,
00:22:24: die eben aus entweder geflüchtet sind oder aus anderen Gründen nach Deutschland
00:22:28: kommen und wo die Kinder dann ins Bildungssystem eingehen müssen, in die
00:22:31: Erstförderung und so weiter.
00:22:32: Und auch da gibt es natürlich viele Familien mit Familien mit Traumaerfahrung,
00:22:37: so wenn die dann erst, was weiß ich, Afghanistan, Iran, Türkei, Libanon,
00:22:42: Deutschland.
00:22:42: So und das über Jahre.
00:22:44: Und das ist natürlich dann auch noch mal ganz spannend, weil ich
00:22:47: dann die Nische da wieder habe.
00:22:48: Also es schließe ich nie aus sozusagen
00:22:52: Momentan ist es so, dass ich an drei Tagen die Woche in
00:22:55: der Schule bin und unterrichte
00:22:58: da aber auch die Beratung mache.
00:23:00: Also ich habe sowohl als auch da auch Beratungspart, weil ich Beratungslehrerausbildung
00:23:04: auch gemacht habe vor ein paar Jahren mal und zwei Tage die
00:23:09: Woche im Schulamt und Nebentätigkeit nebenher
00:23:13: Ja Mama und das mit zwei
00:23:16: Adoptivkindern, die ja ihr Päckchen mit haben, da sage ich erstmal Respekt.
00:23:21: Danke, gebe ich gerne zurück.
00:23:23: Ja ich weiß bei meinem Schwuppi ich war ja auch selbstständig da
00:23:26: mit eigener Praxis.
00:23:27: Das war manchmal schon echt, wenn es so richtig hochkitscht also die
00:23:31: die schlimmsten Phasen waren auch schon echt heftig
00:23:35: mit allen.
00:23:37: Ja wir haben aber Gott sei Dank wirklich und ich glaube wir
00:23:39: haben richtigen Zeitpunkt richtigen Menschen getroffen,
00:23:43: keine schwierige Pubertät gehabt und kein schwierige Jungs Erwachsene leben
00:23:47: so und ich kann mittlerweile sehr entspannt mit zum Beispiel Abbruch von
00:23:53: Ausbildung umgehen sowas
00:23:56: also das ist nicht mehr mein mein Trigger oder so wo ich
00:24:00: sage um Gottes willen, du wirst nie was finden.
00:24:02: Das mache ich nicht, weil ich das rate ich auch in meiner
00:24:05: Praxis.
00:24:05: Das ist meine Angst.
00:24:07: Das hat nichts mit meinem Kind zu tun.
00:24:09: Also ich sag dann auch ganz oft macht euch eine Box, Schreibt
00:24:12: euch abends 10 Minuten eure eigenen Ängste auf oder gerade wenn das
00:24:15: dann Eltern sind, die Söhne haben es ist ganz oft bei Jungs
00:24:19: so, die da so sehr in ihrer Kraft sind und Sehr in
00:24:22: ihrem wut thema das Ja was ist Denn, Wenn Er mit 16
00:24:25: drogen nimmt und dann ist das kind gerade erst sechs oder sieben
00:24:28: Jahre alt?
00:24:29: Schreibt euch das auf.
00:24:30: Diese Ängste haben ja eine Berechtigung, aber sie haben nichts mit dem
00:24:34: Kind zu tun.
00:24:34: Die Ängste sind bei dir Ja vor allem haben sie noch zehn
00:24:38: Jahre Zeit, bis sie vielleicht überhaupt in Tat kommen könnten so ne?
00:24:44: Ja ich finde immer ich habe also das spiegelt ja die Kontrollbedürftigkeit
00:24:48: wieder letztendlich, weil ich kann ja jetzt nicht sagen, wie mein kind
00:24:53: sich mit 15 entscheidet, ob es da jetzt kifft oder nicht.
00:24:55: Aber was ich tun kann, ist jetzt nicht meine Angst entscheiden lassen,
00:24:59: wie ich mit meinem Kind umgehe
00:25:01: und ob ich das verstehen möchte, warum das so ist.
00:25:05: Ja voll.
00:25:07: Welchen Mehrwert hast du jetzt durch die Traumareise für dich gewonnen, für
00:25:13: deine Familie als erstmal war es ja die Ausbildung, dann also Family
00:25:17: Love und dann verstehen, ah, okay, Trauma für dich in der Familie
00:25:22: und dann aber auch für die für deine Arbeit in der Schule
00:25:25: und deine freiberufliche Arbeit.
00:25:27: Was hat sich geändert zu 100 Prozent alles.
00:25:29: Also ich habe ja 21 die Ausbildung gemacht, ne, wirklich, also ich
00:25:33: hatte immer schon eine gute, wertschätzende und wohlwollende Haltung zu den Schülern
00:25:37: zum Beispiel.
00:25:38: Also ich war immer schon jemand, der erst mal, also Noten und
00:25:41: so war mir jetzt, vielleicht darf ich das gar nicht sagen, aber
00:25:43: es ist so mir nicht so wichtig.
00:25:45: Mir geht es eigentlich um andere Kompetenzen und mir wäre es total
00:25:50: recht, wenn wir die Noten zumindest bis zum ersten Bildungsabschluss einfach weg
00:25:56: so und einen Blick drauf haben können, okay, wie entwickeln sich die
00:25:59: Kinder und Jugendlichen?
00:25:59: Werden das gute Menschen?
00:26:01: Kommen die in ihre Selbstwirksamkeit?
00:26:03: Haben die das Gefühl, sie können was bewirken auf diesem Planeten?
00:26:06: Haben sie das Gefühl, ich brauche immer Mama, Papa, damit ich überhaupt
00:26:09: atmen kann?
00:26:09: So und ich sage dann auch ganz oft dieses wertschätzend oder wohlwollende
00:26:15: Miteinander, das können auch leibliche Kinder gut vertragen.
00:26:18: Das hat nichts mit Adoption oder Pflegschaft zu tun, es können alle
00:26:21: vertragen.
00:26:22: Also auch da sind ja ganz viele Themen, wie rede ich mit
00:26:24: meinem Kind, wie ja, wie offen bin ich auch für Wege, die
00:26:29: ich vielleicht selber nicht so eingeschlagen hätte und so weiter und so
00:26:32: fort.
00:26:33: Von daher ist das hat sich alles geändert, was Schule war jetzt
00:26:37: eigentlich eher so, dass ich
00:26:40: dazu erstehen kann.
00:26:42: Also es ist allgemein bekannt, dass ich nichts vernoten halte, so in
00:26:47: der Art.
00:26:49: Ich kann aber, was Familienthemen angeht, zwar sagen, dass das tatsächlich alles
00:26:54: verändert hat, weil ich diese diesen Raum zwischen Reizreaktion total ausschöpfe.
00:27:00: Also selbst wenn ich manchmal
00:27:02: weiß, oh Gott, da würde jetzt mein altes Ich an die Decke
00:27:07: klatschen, weil ich denke so wie kann man denn jetzt einfach schon
00:27:10: wieder das und das nicht machen oder oder abbrechen oder so.
00:27:15: Jetzt Erwachsenen altersmäßig
00:27:18: weiß ich, okay, ich brauche da jetzt einfach einen Tag, ne?
00:27:20: Also danke, dass du es mir mitgeteilt hast, aber ich kann da
00:27:23: jetzt nicht so ganz drauf reagieren, weil man möchte ja auch gerne
00:27:26: authentisch sein.
00:27:27: Man möchte ja nicht nur funktionieren, weil man weiß Annahme des guten
00:27:31: Grundes, sondern man möchte ja so sich auch sich treu bleiben, dass
00:27:35: man okay, danke, dass du es mir gesagt hast.
00:27:37: Und geteilt hast, aber ich brauche jetzt echt einen Moment, bevor ich
00:27:39: da irgendwie drauf reagieren kann.
00:27:41: Das kann ich gut jetzt.
00:27:42: Also ich gehe nicht mehr in den Impuls.
00:27:44: Ja,
00:27:46: sehr geil.
00:27:46: Das ist aber schon eine hohe Kunst, das für sich selber so
00:27:50: klar zu haben.
00:27:51: Was ist die positive Reaktion bei deinen Kids, dass du eben nicht
00:27:55: so sofort in den Impuls gehst?
00:27:56: Was, also was haben die davon, um es mal platt auszudrücken?
00:28:00: Also werden auf jeden Fall nicht beschämt.
00:28:03: Also die Annahme des guten Grundes wird schon tatsächlich gelebt, so auch
00:28:08: wenn ich das jetzt aus meiner Sicht im Alter von 53 anders
00:28:13: entschieden hätte, aber trotzdem zu wissen, okay, ne, da ist jetzt die
00:28:17: Entscheidung so gefallen, gerade jetzt auch mit 18 plus, ne, sowohl jetzt
00:28:20: die ersten Schulabschlüsse geschafft worden sind und was machen wir jetzt später,
00:28:24: aber auch später, also vorher in der Pubertät, da ging das auch
00:28:29: schon darum, dass alles erlaubt ist, solange wir in irgendeiner Weise niemanden
00:28:35: damit wehtun und dass wir auch erkennen können, Annahme des guten Grundes,
00:28:41: okay,
00:28:42: aus deiner Brille macht das durchaus Sinn, aber ich hätte jetzt ganz
00:28:45: gerne Lust, dir kurz mal meine Sicht zu schildern, aber dann in
00:28:49: der Ruhe so wenn es nicht in der Ruhe geht, dann vertage
00:28:51: ich das Ja, das fühle ich voll, weil meine Söhne haben ja
00:28:55: jetzt auch, also erst sind sie gut gestartet, ich dachte super läuft
00:28:59: und dann sind sie zeitgleich auch noch mal irgendwie gecrashed mit Ausbildung,
00:29:04: ne, dann doch nicht Und dann mal kurz, also beide mal kurz
00:29:07: ein dreiviertel Jahr wohnungslos und joblos und ich denke so, ja schön
00:29:12: Und dann die Entscheidung dahinter denke ich so, echt jetzt Alter, also
00:29:17: die alte Gunda und die andere sagt dein Leben so muss den
00:29:21: Weg gehen und dann gehst halt drei Umwege mehr, ich bin jetzt
00:29:25: 57 und ich erfinde mich schon wieder neu und ich habe fünf
00:29:28: verschiedene Ausbildungen,
00:29:31: keine Ahnung und habe so und so viel verschiedene Berufe gemacht, Ja,
00:29:34: was soll das denn?
00:29:34: Also heute ist das ja echt kein Problem mehr und auch da
00:29:37: merke ich altes Muster, mein Vater ist groß geworden, ohne Abitur und
00:29:42: Ausbildung bist du nichts und so lange wie möglich an einer Arbeitsstelle
00:29:45: und sind wir bei wessen Problem ist es denn
00:29:49: Genau, ganz genau.
00:29:52: Und meine Antwort ist dann auch ganz oft, die arbeiten eh bis
00:29:54: 70, also ich meine, das wird ja alles ewig dauern bis so
00:29:58: die haben so viel Zeit und je mehr, also je flexibler sie
00:30:03: auch werden und dann vielleicht noch mal andere Interessen entwickeln, umso besser
00:30:06: für die Persönlichkeit.
00:30:08: Also so dieser Standard auch so,
00:30:11: wenn ich noch an Mitschülerinnen denke, die damals mit mir Abi gemacht
00:30:14: habe oder so, wenn man dann nach dem Abitur eine Ausbildung gemacht
00:30:17: hat und jetzt immer noch da sitzt, das kann auch ein erfülltes
00:30:20: Leben sein, klar.
00:30:22: Aber es kann auch anders gut gehen.
00:30:23: Also genau.
00:30:25: Und es kann auch stinklangweilig sein und man kriegt gar nichts mehr
00:30:27: vom Leben mit, weil man so in so einem Routinen Hamsterrad drin
00:30:32: ist.
00:30:34: Mit Sicherheit wird sich das auch auf deinen Lehrerinnen da sein, in
00:30:37: den Elterngesprächen natürlich wahrscheinlich wieder geschlagen haben.
00:30:42: Hast du da so mal so ein Beispiel, was sich geändert hat
00:30:46: nach dem Ich habe Trauma verstanden und die Haltung des Grundes zieht
00:30:50: in Elterngespräche ein?
00:30:52: Ja, ich habe nicht mehr das Gefühl, also wenn Eltern manchmal so
00:30:56: übers Ziel hinausschießen, weil sie irgendwie Kritik üben wollen
00:31:01: so und dann das meistens ja in Mails machen.
00:31:04: Also mittlerweile ist es ja nicht das Telefonat oder sie kommen, sondern
00:31:07: in Mails machen.
00:31:09: Früher hätte ich da wahrscheinlich direkt so Herz, ich fühle mich angegriffen,
00:31:13: ich muss mich verteidigen, ich muss mich rechtfertigen.
00:31:17: Das mache ich nicht mehr.
00:31:18: Ich mache, also mein Leitsatz ist tatsächlich, wer sich rechtfertigt, hat schon
00:31:22: verloren.
00:31:26: Und dann entweder auch zu warten, Reizreaktion
00:31:30: oder halt eben zu schauen, okay, was braucht die diese Person?
00:31:33: Warum ist da so eine starke Angst und so wenig Vertrauen in
00:31:37: mein fachliches Handeln?
00:31:39: Also ich kann also letztens jetzt noch gehabt eine Mutter, die Klasse
00:31:44: 5, ich unterrichte zurzeit eine Klasse 5 in Englisch, die mir eine
00:31:47: Mail geschickt hat, die war voller Ängste, also einfach nur Angst verpackt
00:31:52: in Vorwurf.
00:31:53: Aber eigentlich war es so, übersetze was wie, oh Gott, was ist
00:31:57: denn, wenn mein Kind jetzt diese ganzen Vokabeln niemals lernt?
00:31:59: Also wir Klasse 5, wir reden von der fünften Klasse und da
00:32:04: hätte ich wahrscheinlich damals direkt wächst in die Verteidigung gegangen und ich
00:32:08: habe doch die ganzen Vokabeln schon vorher gemacht und danach auch und
00:32:11: außerdem ist das gar nicht so.
00:32:15: Also das ist gut, das ist viel entlastender, weil weil das, was
00:32:19: von außen kommt, also was die Eltern an mich herantreten oder auch
00:32:23: an anderen Kollegen, sind da ja auch im Austausch, das hat ja
00:32:26: eigentlich nichts mit mir zu tun.
00:32:28: Ja,
00:32:30: also ich sage jetzt mal, es entspannt ja erstmal dein Nervensystem.
00:32:33: Total.
00:32:33: Weil wenn du sagst, ist ja gar nicht meins, dann kann man
00:32:36: ja schon ganz alleine ganz anders reagieren.
00:32:39: So und es ist ja so.
00:32:41: Also mich entspannt das auch.
00:32:42: Das Leben ist viel leichter mit dem Verständnis von Trauma, Nervensystem, was
00:32:48: passiert denn da eigentlich und so weiter.
00:32:51: 100 Prozent.
00:32:52: Ja.
00:32:52: Wenn du jetzt drauf guckst als Mama, als Lehrkraft im Schuldienst, als
00:32:57: Selbstständige, die Familien unterstützt, was wäre so, wo du sagst, das wäre
00:33:02: dein größter Wunsch?
00:33:04: Wir haben ja gerade die große Debatte, unser lieber Herr Spahn, nee,
00:33:08: gar nicht Spahn hier März, der lauter lustige Entscheidungen macht und Dr.
00:33:13: Bea bestimmt auch mitgenommen.
00:33:14: Also wir sind ja gerade in so einem politischen, wo es aber
00:33:18: einen Seite, wo ich mich freue, dass mal eine Aufmerksamkeit und Lautstärke
00:33:21: findet, zu sagen, ey, unseren Kindern geht es echt scheiße.
00:33:24: Auf der anderen Seite merke ich, es wird auch da schon wieder
00:33:27: mir persönlich zu krabitzig, dass wir in ein Gegeneinander geraten.
00:33:33: Aber du bist ja jetzt von verschiedenen Perspektiven auch noch die kulturelle
00:33:38: Perspektive Im Zeichen von AfD darf man da ja auch mit drauf
00:33:42: gucken.
00:33:43: Du träust auch interkulturelle.
00:33:45: Was würdest du sagen, wenn du das mal so alles zusammen, Was
00:33:48: ist das eigentliche Problem hinter all dem, ich hätte jetzt beinahe gesagt
00:33:53: schrei, aber hinter all diesen Symptomen, die so aufploppen und was wäre
00:33:58: dein Lösungsansatz?
00:34:00: Also mein, also das Problem dahinter ist meiner Meinung nach Angst und
00:34:04: eben Kontrolle.
00:34:05: Da sind wir wieder Angst davor erstmal, dass irgendjemand am Beispiel jetzt
00:34:12: zum Beispiel diese
00:34:13: Fehlzeiten, dass man jetzt die Krankmeldung schon am ersten Tag braucht, tralala,
00:34:17: dass irgendjemand das System ausnutzt als Beispiel, ohne wirklich in die Familien
00:34:22: empathisch einzutauchen, sagen, es gibt so viele strugglende Elternteile, wenn die alleinerziehend
00:34:27: sind, völlig egal ob Mann oder Frau,
00:34:30: die nun wirklich nicht oh, ich mache mal einen Tag blau oder
00:34:34: so, sondern die versuchen ihre Kinder da irgendwie ins System zu kriegen.
00:34:38: Und auch dann gibt es ja noch diesen das Kind morgens hat
00:34:42: Magenschmerzen, geht nicht, ich kann nicht fehlen, geh doch hin und so
00:34:44: weiter und so fort.
00:34:46: Deswegen glaube ich, ist dieses Hauptthema Angst, Kontrollverlust.
00:34:50: Und ich würde mir wünschen, dass wieder mehr Vertrauen da wäre, also
00:34:55: dass die Menschen schon ihr Ding machen und dass wir in die
00:34:58: Eigenverantwortung gehen.
00:35:00: Und selbst wenn es ein Prozent der erwachsenen Menschen gibt, die das
00:35:03: irgendwie ausnutzen und blau machen, dann dann ist das so.
00:35:06: Das werden wir auch nicht vermeiden können.
00:35:08: Und ich glaube, dieses ganze Thema, also ich kann mich ja noch
00:35:11: erinnern, als das mit den Schulbegleitungen mehr wurde, auch Regelschulen, ich bin
00:35:15: ja in der Regel Realschule und dann waren auf einmal Erwachsene mit
00:35:18: dem Klassenraum und alle mussten sich umstellen.
00:35:20: Wieso sitzen die denn jetzt hier und sind jetzt für alle zuständig
00:35:23: und warum?
00:35:23: Und was ist, wenn ihr mich korrigiert?
00:35:25: Und Lehrer lassen sich ja auch nicht immer so gerne in die
00:35:27: Karten schauen und jetzt soll das alles wieder abgebaut werden.
00:35:30: Wobei ich denke, aber wenn es doch hilft, warum?
00:35:34: Also warum muss da jetzt gespart werden?
00:35:37: Ich meine, Herr Merz hat ja gestern gesagt, als die innovativste Schule
00:35:42: irgendwie geehrt wurde, der Beruf der Lehrerinnen sei der wichtigste in Deutschland
00:35:47: oder so.
00:35:48: Es gibt sicherlich ganz, ganz viele wichtige, finde ich, als auch sehr,
00:35:51: weiß ich nicht, ob man das so.
00:35:54: Aber letztendlich geht es ja nicht darum, ob wir wichtig sind oder
00:35:57: nicht wichtig sind, sondern warum vertraut uns niemand?
00:36:00: Warum vertraut den Eltern niemand
00:36:03: und warum muss da jetzt so ein Gehetze sein?
00:36:06: Der eine macht hier zu wenig und da 40 Stunden Woche ist
00:36:09: eigentlich sowieso total Quatsch, man kann auch 45 Stunden arbeiten etc.
00:36:13: Pp.
00:36:14: Und ich glaube, wenn wir selber ins Vertrauen gehen und nicht so
00:36:17: sehr in diese Angst, der andere könnte das ausnutzen oder der andere
00:36:21: könnte mir was wegnehmen, dann wären wir schon Schritt weiter
00:36:27: crazy, weil
00:36:29: sehe ich und fühle ich genauso.
00:36:30: Und wir können es jetzt ja auf alle Bereiche ziehen, können jetzt
00:36:33: sagen, okay, die Politiker, Herr Merz vorne an hat Angst, was ja
00:36:38: wirtschaftlicher Ebene ist, jetzt kommen die, die laut werden, die haben auch
00:36:43: wieder Angst, dass ihr Budget nicht da ist, dass sie nicht mehr
00:36:47: versorgen können,
00:36:50: dass sie nicht gesehen werden.
00:36:52: Und wir sind immer bei den Grundbedürfnissen Orientierung, Kontrolle und Bindung.
00:36:57: Und es ist schon crazy, dass ich auch denke, die Angst hat
00:37:01: echt massiv zugenommen und
00:37:04: daraus entsteht
00:37:06: so viel nicht Schönes.
00:37:09: Ja, ich glaube, das ist ja immer so ein Kampf um Ressourcen
00:37:12: quasi.
00:37:13: Das ist ja so ein bisschen, auch wenn zum Beispiel mehrere Kinder
00:37:16: in der Familie sind und da ist immer so ganz viel Trubel,
00:37:18: weil die ganzen
00:37:20: Geschwister irgendwie nicht miteinander klarkommen und Eltern dann auch so ein bisschen
00:37:23: verzweifelt sind.
00:37:23: Warum?
00:37:24: Und wenn dann auch manchmal verschiedene Herkunftsfamilien dahinter stehen, ist es dann
00:37:28: noch mal was anderes?
00:37:29: Welche Dynamik ist da etc.
00:37:31: Wo man dann auch denkt, okay,
00:37:34: woher kommt das?
00:37:35: Also was ist jetzt die Ressource, die so knapp ist, dass wir
00:37:39: uns so verhalten müssen?
00:37:40: Ist das die Ressource Geld?
00:37:42: Ist es die Ressource Aufmerksamkeit?
00:37:45: Und das ist ja in der Politik nicht anders.
00:37:48: Also ne, ob es jetzt darum geht, okay, ich will jetzt wirtschaftlich
00:37:51: weiter stark sein oder ich will jetzt irgendwie gucken, dass nur noch
00:37:54: die, die wirklich reinhauen, egal wie es den persönlich geht, vorne weggehen
00:37:59: oder was, was möchte ich so?
00:38:01: Und wenn ich eine Verantwortung habe in der Politik oder auch in
00:38:04: der Schule oder wie auch immer, ist das natürlich klar, dass ich
00:38:07: auch mein eigenes Interesse da sehe.
00:38:10: So Stichwort Selbstfürsorge geht vor Fremdfürsorge.
00:38:13: Aber ich darf natürlich trotzdem meine Ängste und mein Misstrauensvorschub, den ich
00:38:19: da so leiste, gut hinterfragen.
00:38:22: Ja, ist es auch das, wenn du jetzt so hinguckst, die Familien,
00:38:26: die zu dir kommen und sagen, Simone oder Frau Pot, unterstützen Sie
00:38:31: uns mal?
00:38:31: Wir kommen hier nicht klar.
00:38:32: Würdest du das auch
00:38:35: im Kern in der Baseline sagen, Da ist viel Angst oder gibt
00:38:38: es da noch was anderes, was da
00:38:41: der Hauptmotivator ist, sich Unterstützung zu holen?
00:38:44: Angst.
00:38:45: Ja,
00:38:47: es ist auch so, dass viele
00:38:50: sich jetzt nicht unbedingt sicher oder wohlfühlen, eine Kinder und Jugendlichen Psychotherapie
00:38:56: oder sowas zu starten.
00:38:57: Da sind auch viele Hemmungen so manchmal.
00:39:01: Okay, warum?
00:39:03: Wobei das auch ein anderer, also es ist ja eine andere Leistung.
00:39:06: Ich mache ja eine 1 zu 1 Elternberatung.
00:39:08: Mein Blick ist ja auch ein anderer, als würde ich jetzt in
00:39:10: der therapeutischen Praxis arbeiten oder so.
00:39:13: Aber es geht schon oft um
00:39:16: dieses ach so schlimm ist es doch gar nicht.
00:39:18: Das höre ich ganz oft in den und den Familien ist es
00:39:20: eigentlich viel schlimmer, aber wir wollen trotzdem mal gucken, vielleicht können wir
00:39:24: an der einen oder anderen Stelle dann ja doch noch mal anders
00:39:26: agieren.
00:39:28: Also ich würde sagen Angst.
00:39:30: Es ist definitiv auch transgenerational, also wie man selber aufgewachsen ist.
00:39:35: Und da komme ich dann zu meinem Lieblingsthema Beschämung und Scham,
00:39:41: was ja ganz viel das ja sozusagen eng verknüpft mit Trauma, weil
00:39:46: da ist ja Schuld und Scham
00:39:50: die größte Folge im Prinzip.
00:39:52: Ja, ganz genau richtig.
00:39:54: Und das ist halt auch, viele sind ja jetzt, also entweder
00:39:58: hatten Eltern, die im Krieg geboren wurden oder kurz danach, ne?
00:40:02: So, also der Krieg ist ja irgendwie allgegenwärtig in Deutschland gewesen für
00:40:05: Generation, die jetzt Eltern sind oder älter.
00:40:08: Und ich denke schon, dass da, wenn das nicht aufgearbeitet worden ist,
00:40:12: viel mitschwingt.
00:40:13: Und das ist das, was ich mit Verantwortung meine.
00:40:16: Das ist der große Unterschied.
00:40:18: Unsere Kids bringen schon was mit.
00:40:20: Die bringen quasi die transgenerationalen Themen ihrer leiblichen Familien mit.
00:40:26: Dann die Zeit der Schwangerschaft, die ja sicherlich nicht stressfrei war, weil
00:40:31: selbst diese ganzen Entscheidungen, kann ich das Kind behalten, kann ich es
00:40:34: nicht behalten, was passiert mit dem Kind?
00:40:35: Vielleicht muss ich die Schwangerschaft sogar geheim halten, weil die Eltern es
00:40:38: nicht wissen durften etc.
00:40:39: Pp.
00:40:40: Plus dann kommen wir und haben unsere ganzen Themen auch nicht aufgeräumt.
00:40:44: Dann kommt das ja noch mal da drauf.
00:40:46: Und ich finde, das ist das Kernthema und deswegen müssen die Menschen
00:40:49: auch losgehen.
00:40:51: Ja.
00:40:52: Ist das der Grund, warum du losgegangen bist?
00:40:54: Weil ich sage jetzt mal, als Adoptiv Mama mit zwei Kindern, die
00:40:58: ihr Päckchen haben und im Schuldienst eingebunden, hättest du dich ja jetzt
00:41:03: nicht selbstständig machen müssen.
00:41:04: Okay, finanziell bist du versorgt zu Hause hast du auch genug Trabacho,
00:41:10: um
00:41:11: eingespannt zu sein.
00:41:12: Was war deine Initialzündung zu sagen, so jetzt möchte ich noch andere
00:41:16: Familien unterstützen, die vielleicht genau die Baustelle haben mit Adoptivkindern, mit Pflegenkindern,
00:41:21: wo es noch mehr transgenerationales Trauma gibt, als in einer reinen Geburtsfamilie,
00:41:27: wie man die auch immer nennen mag.
00:41:30: Was war die Initialzündung zu sagst, jetzt mache ich mich selbstständig, Bevor
00:41:34: wir bei dem Jugendlichen und Psychotherapeuten waren, der mir halt quasi ESP
00:41:38: Julian quasi empfohlen hat, waren wir noch woanders.
00:41:42: Ich will jetzt den Namen nicht nennen.
00:41:43: Da ging es auch um das Thema Adoption und das war sehr,
00:41:48: sehr, sehr oldschool, also sehr auf Bewertungen, sehr engmaschig.
00:41:53: Und da habe ich damals schon in diesem Seminar gesessen, es waren,
00:41:56: glaube ich, vier, fünf Module oder so von wegen, nee, das geht,
00:41:59: das muss anders gehen, das geht nicht so und das ist immer
00:42:03: mitgesprungen.
00:42:04: Ich will verstehen, was da ist und ich will das Bestmögliche daraus
00:42:08: holen.
00:42:08: Und natürlich bin ich da auch über ganz viele Themen bei mir
00:42:11: gestolpert, die ich wahrscheinlich früher nie entdeckt hätte und das auch nicht
00:42:15: immer nur easy war, so das zu erkennen, weil man ja doch
00:42:18: auch eine Zeit lang geglaubt hat, in der eigenen Biografie ist alles
00:42:21: immer nur supi gewesen gewesen, was nicht so ist oder nicht so
00:42:26: war.
00:42:26: Aber ich weiß jetzt, warum bestimmte Dinge hochkommen.
00:42:30: Also ich merke das mittlerweile sogar am Körper, wenn ich merke so,
00:42:33: ne, so quasi Herzrasen oder Bauchkummeln, oh, da ist irgendwas, was aber
00:42:37: mit mir zu tun hat, nichts mit dem Außen.
00:42:40: Und ich glaube, dass das so ein bisschen der Punkt bei mir
00:42:43: war.
00:42:43: Also ich habe erst die Ausbildung zum Kinder-Jugendcoach gemacht in Köln.
00:42:47: Und habe dann aber das reicht nicht.
00:42:49: Also es geht mir nicht darum, wie können die Kinder jetzt besser
00:42:51: Vokabeln lernen oder so, oder was machen die, wenn jetzt, keine Ahnung,
00:42:55: irgendwie die Schule verlassen müssen oder so.
00:42:57: Das war nicht das Thema, sondern dann habe ich schon und dann
00:43:00: bin ich ja ein bisschen, ich habe ein bisschen gegoogelt und geguckt,
00:43:03: dann bin ich ja auf die Freimutakademie gestoßen und das war der
00:43:05: Gamechanger.
00:43:06: Und da war dann klar, okay, ich weiß, wo die Reise hingeht
00:43:08: und ich möchte nicht, dass, also wenn es irgendwie geht und wenn
00:43:12: es nur ein paar Familien sind, dass sie den schweren Weg am
00:43:15: Anfang haben müssen, wie ich den hatte oder wie wir den hatten
00:43:19: oder vielleicht sogar in falsche Hände geraten, weil es immer noch Menschen
00:43:23: gibt, die
00:43:25: sagen, nein, die Kinder sind nicht traumatisiert und das ist anders und
00:43:29: er könnte, wie sagt man denn immer so schön, von wegen, er
00:43:32: muss nur wollen,
00:43:37: er muss auch wollen können.
00:43:38: Genau, genau, richtig.
00:43:40: Und da gibt es ja zum Glück auch so Traumaverbände mittlerweile und
00:43:43: auch Traumapädagogik Anlaufstellen, die da jetzt einfach weiter unterwegs sind.
00:43:48: Und ich glaube, dass das Thema, also der Vorteil bei Pflege und
00:43:52: Adoptivfamilien ist tatsächlich, dass sie, glaube ich, ein bisschen offener sind, was
00:43:55: das Thema Traumafolgestörung anbetrifft.
00:43:59: Vielleicht jetzt ist einfach nur eine Idee, weil sie das Gefühl haben,
00:44:03: ist ja nicht meiner Verantwortung,
00:44:06: die Ursache liegt ja woanders
00:44:08: und ich will aber unbedingt was Gutes für mein Kind.
00:44:11: So ich denke, dass das Thema bei leiblichen Familien und Kindern steiniger
00:44:17: ist, um da das Thema aufzumachen.
00:44:20: Oftmals, ja sprichst du was an, so, ne, weil dann kommt die
00:44:22: eigene Schuld und Scham
00:44:24: zu sagen, okay, ich habe hier was zu tun mit meinem Kind
00:44:29: das könnte an mir liegen
00:44:32: so ich habe das ja hinterher geliebt in meiner Praxis ich sage
00:44:35: mal Eltern auf dem Pott zu setzen und zu sagen ich arbeite
00:44:37: nicht mit ihrem Kind ich arbeite nur mit ihnen wieso mit mir?
00:44:40: Der macht doch das Verhalten ich sag ja spiegelt ja nur also
00:44:46: ja ich glaube du hast recht, dass da die Offenheit größer ist
00:44:49: und gleichzeitig
00:44:51: hoffe ich sehr, dass vor 24 Jahren als ich das gemacht habe,
00:44:55: dass da inzwischen auch andere Schulungen sind und trotzdem an denen die
00:44:59: ich gemerkt begleitet habe habe ich gemerkt braucht Leute wie dich die
00:45:04: da begleiten und sagen hey das Verhalten hat einen guten Grund lasst
00:45:07: doch mal zusammen hin gucken wie ihr als Familie dann entspannter werdet
00:45:11: so das ja und auch ein bisschen weg von funktionieren müssen sondern
00:45:16: dass das jetzt Raum haben und das gucken wir uns jetzt an
00:45:19: damit das auch gut in irgendeiner Weise ja geheilt in Anführungszeichen natürlich
00:45:25: nur aber zumindest mal betrachtet wird
00:45:28: dann nicht alles es muss weg es muss funktionieren und wenn dann
00:45:31: und wahrscheinlich noch irgendwelche Belohnungssysteme und so das ist ja mittelfristig nicht
00:45:35: zielführend
00:45:37: Genau muss das sagen
00:45:39: wie wenn jetzt jemand hört und sagt boah ich möchte gerne mit
00:45:43: der Simone zusammenarbeiten wer darf zu dir und wie nimmt man Kontakt
00:45:46: auf?
00:45:48: Ich habe eine Homepage und da gibt's
00:45:52: genau also die da stehen auch meine Kontaktinformation und auch mein Angebot
00:45:57: drauf auf dieser Homepage in erster Linie sind es Eltern Adoptivpflegeeltern oder
00:46:04: aber eben auch Institution die sagen also die dann auch häufig mit
00:46:07: Adoptiv und Pflegefamilien arbeiten
00:46:10: ich bin eigentlich relativ weit aufgestellt so also mittelfristig langfristig finde ich
00:46:15: es auch wirklich schön, wenn ich nicht nur diesen Adoptionsbereich Pflegeschaftsbereich habe,
00:46:20: sondern noch ein bisschen größer werden kann also selbst Kinder die sonst
00:46:24: auch mal auffallen und vielleicht wenn man ein bisschen näher baut
00:46:29: man erkennt okay das und das ist in den ersten Jahren nicht
00:46:32: so rund gelaufen da können wir jetzt mal hingucken das wäre schon
00:46:34: auch noch so mein Ziel oder mein Wunsch, dass ich so ein
00:46:36: bisschen diese eine Nische verlasse und es ein bisschen größer machen kann
00:46:40: aber auf meiner Homepage findet man mich und meine Infos.
00:46:44: Genau
00:46:45: cool das verlinken wir natürlich also wer sagt so mal anders drauf
00:46:49: gucken und ich weiß, dass Eltern immer diese also Pflegeeltern sowieso Adoptiveltern
00:46:55: auch aber auch Eltern diese Erleichterung haben, okay, es gibt einen Grund
00:47:00: für das Verhalten und es will mich nicht ärgern und das da
00:47:03: einfach für die Familie ein neuer Entspannung entsteht und ja auch Entwicklungsmöglichkeiten.
00:47:09: Also
00:47:10: es ist eine andere Form von Ermitteln möglich.
00:47:13: Wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest für die Gesellschaft oder für
00:47:17: alle Eltern, keine Ahnung, oder für die Schule, ich weiß nicht, was
00:47:22: wäre dein Wunsch, wo du sagst so boah, dann komm, wir machen
00:47:25: drei, du bist drei, was,
00:47:27: Da kriegst du auch drei Wünsche,
00:47:30: wie schön gutes Willkommen und du könntest jetzt sagen drei Sachen, wenn
00:47:35: die sofort anders wären, was wäre das, wo du sagst E, das
00:47:40: wäre so richtig cool.
00:47:41: Also wir fangen ganz klein an.
00:47:43: Eigentlich fände ich, dass jeder Jugendliche, jedes Kind, aber auch jeder Erwachsene
00:47:47: eigentlich sofort Zugang zu psychotherapeutischen Unterstützung haben sollte, ohne sich vorher anderthalb
00:47:52: Jahre oder zwei Jahre auf irgendwelche Wartelisten stellen zu müssen, setzen zu
00:47:56: müssen.
00:47:56: Das finde ich das Kernthema.
00:47:58: Ich bin ja in der Schule Beratungslehrerin und wie oft habe ich
00:48:02: Jugendliche, die dann zu mir in die Praxis kommen.
00:48:04: Manchmal kommen auch Eltern mit, manchmal nicht die Probleme haben, die vielleicht
00:48:08: auch wirklich sich ritzen oder andere Themen haben, gar nicht mehr schlafen
00:48:11: können, gar nicht mehr konzentrieren und dann frage ich wie sieht das
00:48:15: aus und so, ja, ja, ich bin schon auf 3 Wartelisten oder
00:48:18: Warteliste geschlossen oder was auch immer.
00:48:20: Also das ist erstmal der erste,
00:48:27: Das sollte eigentlich eine Voraussetzung sein.
00:48:30: Der zweite Wunsch ist, dass auf jeden Fall mehr Wohlwollen
00:48:35: im Raum steht, sowohl in der Interaktion Eltern, Lehrer oder System,
00:48:42: aber auch Kindereltern.
00:48:45: Also nicht so dieser Kampf und da sind wir wieder beim Rechtfertigen
00:48:49: Nein, ich habe recht, denn du hast recht.
00:48:50: Nein, sondern eigentlich eher so den Blick darauf zu haben, okay, hier
00:48:54: wird jetzt keiner irgendwie extra geschädigt oder das macht jetzt absolut, das
00:48:58: hat eine andere, eine andere Ursache und ich stelle mich dieser, weil
00:49:01: ich bin ja jetzt der erwachsene Mensch, so
00:49:04: das ist der also wirklich mehr Wissen bzw.
00:49:07: Mehr mehr Wohlwollen auch spüren wollen.
00:49:10: So das eine ist das System, das andere ist so dieses Miteinander
00:49:15: und
00:49:17: ja Fehlerfreundlichkeit wäre so das dritte,
00:49:20: Ja, okay, und jetzt
00:49:23: stelle ich mir vor, da hat jemand zu und dann bin ich
00:49:26: so sehr bei Ich pieks dich jetzt, ich ärgere dich jetzt.
00:49:30: Ja, bin ich voll für das mit der Psychotherapie.
00:49:34: Das muss man die Politik managen, ne?
00:49:37: Und Wohlwollen, ja, ich wäre auch mal schön, wenn jemand mir wohlgesonnen
00:49:42: wäre.
00:49:42: Ich werde ja nur verarscht hier in dem System und an der
00:49:45: Schule und von den anderen Kindern und von wem auch immer.
00:49:51: So und Fehlerfreundlichkeit, ja, können die Lehrkräfte mal mit anfangen.
00:49:57: Du weißt, worauf ich hinaus will.
00:50:00: Es ist alles so im Außen.
00:50:01: Aber was kann ich denn tun, damit vielleicht diese Wünsche ein bisschen
00:50:06: mehr wahr werden?
00:50:08: Wo komme ich in die Selbstwirksamkeit, Selbstermächtigung?
00:50:13: Weil, ach weißt du, ja,
00:50:16: es geht ja erstmal auch um Selbstmitgefühl, oder?
00:50:20: Also dieses Selbstmitgefühl, also jetzt, ich kann ja nur aufhören im Außen
00:50:25: zu sein, wenn ich mich selber gut kenne und wenn ich Mitgefühl
00:50:27: mit mir selber habe, sei es, dass ich jetzt gerade wütend bin
00:50:31: oder sauer bin oder traurig bin oder was auch immer, was wir
00:50:33: alles nicht so gerne sind.
00:50:35: Der Punkt ist ja, glaube ich, dass es in die Richtung geht,
00:50:38: dass wenn ich irgendwas habe und das loswerden will,
00:50:44: dann das aber nicht aushalte, dann priest ich es
00:50:48: und dahin, also wenn jetzt jemand so ein Teachers Blaming macht, Lehrer
00:50:55: doof, das doof und so weiter ist ja trotzdem steht dahinter ja
00:50:59: eigentlich der Mensch, der das Ganze äußert und irgendeine Unsicherheit in sich
00:51:02: hat, weil sonst könnte er das ganze Thema ja kommunizieren, weil er
00:51:06: ist ja inhaltlich bestimmt an der einen oder anderen Stelle was dran,
00:51:09: Aber die Art und Weise ist natürlich nicht in Ordnung.
00:51:11: Und da geht's dann wiederum, okay, erstmal selbst Mitgefühl zu haben.
00:51:15: Warum bin ich hier jetzt so unsicher?
00:51:18: Ja, also ich glaube, das ist eins unserer Kernthemen, schlechthin Gefühle sein,
00:51:23: also da das Gefühle da sein dürfen, so, ne, also für mich
00:51:28: zu akzeptieren, zu sagen, du hast komische Gefühle, deswegen machst du vielleicht
00:51:32: komische Dinge, ich habe auch komische Gefühle und nicht in dem, oh,
00:51:35: die komischen Gefühle müssen weg und dann haue ich dem nächsten einen
00:51:38: auf den Deckel und da werden wir schon ein großes Stück weiter.
00:51:42: Und das glaube ich, ist mit eines neben der Angst, die du,
00:51:47: also sehe ich zu 100 Prozent genauso, ein größtes, großes Problem unserer
00:51:52: Gesellschaft, dass wir das nicht mehr gelernt haben, unsere eigenen Gefühle, diese
00:51:56: Selbstakzeptanz, Selbstliebe
00:52:00: zu leben.
00:52:03: Ja, weil wir natürlich auch damals nicht begleitet worden sind.
00:52:06: Ne, Co Regulation war ja nicht, also wenn wir hingefallen sind, da
00:52:09: war ja nicht von wegen, oh nein, also trösten, wir warten jetzt
00:52:12: mal ab, der Schmerz ist da, sondern es wurde irgendwie verdrängt, ein
00:52:14: Eis gekauft oder ach komm, stell dich nicht so an hier, Pflaster
00:52:18: fertig, ne, so ist ja, ist ja nicht so schlimm.
00:52:20: Genau, ist ja nicht so schlimm, ne, So, oder eben abgelenkt, guck
00:52:23: mal hier, wir machen jetzt das und das
00:52:26: da.
00:52:26: Wie sollen wir das dann als Erwachsene machen, wenn wir den Weg
00:52:29: nicht gegangen sind?
00:52:31: Ich denke, das ist das Kernthema dieser Projektion auch auf die Kinder
00:52:35: oder auf Schüler, egal wo du hinguckst, wo Menschen miteinander agieren, Wenn
00:52:41: ich selber merke, okay, ich bin jetzt überfordert, statt mich dieser Überforderung
00:52:45: zu stellen, also kann man ja ruhig den Unterricht nehmen, also Lehrer
00:52:49: sind auch mal überfordert, ist ja völlig menschlich, aber dann kann ich
00:52:53: ja damit umgehen und sagen, okay, hier habe ich jetzt vielleicht an
00:52:55: der einen oder anderen Stelle Dinge nicht bedacht oder ich habe nicht
00:52:57: gut geschlafen oder privat ist gerade auch anstrengend und dem auch so
00:53:01: sich dir zu stellen, statt den Stress woanders hinzupacken.
00:53:06: Ja, genau.
00:53:07: Ja, und manchmal braucht es genau das, dass wir jemanden haben, der
00:53:10: uns begleitet, damit wir überhaupt die, die sozusagen die Tore aufmachen und
00:53:16: selber in diesen Weg kommen, zu sagen, aha, ich habe den Raum,
00:53:21: mir das anzugucken, ohne in Schuld und Scham, ohne in Bewertung zu
00:53:25: kommen.
00:53:25: Deswegen freue ich mich so, dass du solche Räume schaffst.
00:53:28: Also das feiere ich sehr und
00:53:31: adaptiv und Pflegeeltern sind mir aus meiner eigenen Geschichte ein echtes Herzensanliegen
00:53:36: und freue mich sehr, dass du da diesen Weg gehst.
00:53:41: Ja, danke schön.
00:53:42: Und ohne die Ausbildung hätte das wahrscheinlich nicht diese Richtung einnehmen können.
00:53:46: Von daher bin ich da wirklich sehr, sehr, sehr happy über die
00:53:48: Entscheidung.
00:53:50: Ich freue mich auch, dass du diese Entscheidung getroffen hast.
00:53:53: Und ich finde auch zum Beispiel, du sagtest ja, wo kann man
00:53:56: mich erreichen?
00:53:56: Also ich bin auch auf Instagram aktiv und da ist es natürlich
00:54:00: auch schön, finde ich, da hat man ja auch diese Bubble, die
00:54:03: denselben Weg geht oder die zumindest dieselbe Haltung hat.
00:54:07: Und das ist das Entscheidende.
00:54:08: Da fühlt man sich dann ja auch besser gesehen oder besser aufgehoben,
00:54:12: wo es eben nicht um dieses, die Verantwortung abgeben, sondern wo es
00:54:16: darum geht, okay, achte gut auf dich, Selbstfürsorge geht vor Fremdfürsor, sorge
00:54:20: ne se in deiner Kraft, selbst wenn nicht und so weiter.
00:54:22: Und ich finde das total hilfreich auch.
00:54:24: Also Support auch
00:54:27: schön, also man erreicht dich schon, Uns kommen drunter die letzte
00:54:34: Worte gehen immer meinen Interviewgästen.
00:54:37: Das heißt, wenn du jetzt ein Anliegen hast, was du den Hörern
00:54:41: noch gerne mitgeben möchtest, wo du sagst,
00:54:44: das möchte ich unbedingt noch loswerden, dann wäre jetzt sozusagen feuerfrei.
00:54:50: Traut euch euren eigenen Krisen zu stellen oder eure eigenen Schwächen auch
00:54:55: anzusehen, nicht weg zu kompensieren oder zu projizieren oder wie auch immer,
00:55:00: sondern hinzugucken, zu schauen, warum mache ich das dann und wie kann
00:55:05: ich das eventuell für mich erstmal besser, um dann auch besser in
00:55:09: die Kraft zu gehen, wenn ich mit meinen Kindern interagiere oder mit
00:55:12: Schülern oder wie auch immer.
00:55:13: Eigentlich mit Menschen immer allgemein, aber vor allen Dingen dann, wenn ich
00:55:17: mit Kindern und Jugendlichen zu tun habe.
00:55:21: I love it.
00:55:21: Da gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen.
00:55:23: Ich sage danke fürs Zuhören, gerne Kommentare unter dem Post liken, rezensieren,
00:55:29: ihr kennt den Spaß, anderen weiter teilen, also wenn ihr jemanden kennt,
00:55:33: Adoptivfamilien, Pflegefamilien sein, die müssen das hören.
00:55:36: Teilt den Podcast gerne, damit mehr Menschen vielleicht genau dahin kommen, in
00:55:41: diese Leichtigkeit dessen.
00:55:42: Alles hat einen guten Grund und wir brauchen keine Angst zu haben.
00:55:45: Vielen Dank für deine Zeit und
00:55:48: bis zur nächsten Folge.
00:55:49: Tschüss.